LICHTARCHITEKTUR


Wien Berlin


"Licht ist der Ursprung jeder Existenz. Indem es auf die Oberflaeche der Dinge trifft, verleiht das Licht ihnen Konturen. Licht gibt ihnen Tiefe durch den Schatten. An der Grenze zwischen Licht und Dunkelheit artikulieren sich die Dinge und erhalten ihre individuelle Form. Hier verbinden sie sich mit- einander und entdecken ihre Beziehung zueinander. Licht macht die Dinge autonom und bestimmt gleichzeitig ihre Beziehungen zueinander. Man koennte sagen, dass Licht das Individuum im Kontext seiner Beziehungen verdeutlicht. Licht schafft Beziehungen, die die Welt ausmachen. Licht ist dabei keine unbewegliche Quelle am Grunde alles Seins. Es ist vielmehr vibrierende Bewegung. Aus der eigenen unaufhoerlichen Verwandlung heraus erschafft das Licht die Welt fortwaehrend neu." (Tadao Ando, 1994)
Raeume werden durch die Intensitaet des Lichts gepraegt. Obwohl Licht an sich unsichtbar ist, eroeffnet es uns durch seine Praesenz die Moeglichkeit der Wahrnehmung.
Wien-Berlin stellt Architektur aus beiden Staedten einander gegenueber, in der Licht und Schatten als wesentliches raumbildendes Element erscheinen.Wie veraendert das Licht architektonische Formen im Laufe eines Tages oder eines Jahres.Wie verbergen Schatten Architekturteile, die trotz ihrer Unsichtbarkeit im Bildaufbau mitwirken. Doch auch Architektur selbst bringt lichtspezifische Wirkungen hervor, die genauso verwendet werden wie andere archtektonische Elemente. Damit wird Licht in der Architektur nicht nur durch anderweitige Umstaende bestimmt, es wird auch berechenbar.
Das Konzept der Computeranimation LICHTARCHITEKTUR geht von der †berlegung aus, dass das primaere Phaenomen der Veraenderung in unserer Welt das Tageslicht ist. Mit dem Tageslicht veraendern sich die Dinge permanent.
Licht offenbart auch den Umstand, dass der fiktive Jetzt-Zustand nicht exakt bestimmbar ist, dass saemtlic he Informationen ueber ein Objekt, sofern wir sie nicht aufzeichnen, unwiederbringlich verloren sind. Ebenso die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, die unsere ganze Welt betrifft, wo Funksignale in einem Bruchteil einer Sekunde die Erde umkreisen, und damit ueberwundene Raeume zu einem Zeitpunkt schrumpfen lassen. Wenn die pralle Sonne durch eine Mauernische in Wien faellt und einen langen Schatten wirft, und wir es in Beziehung setzen zur Mauernische in Berlin, so haben wir zwar einen Verlust an konkreter Erfahrung von mindestens einem Ort zu beklagen, doch durch die Verarbeitung zu Datenmaterial auch einen simultanen Gewinn. In der Verknuepfung von historischer mit Gegenwartsarchitektur von Berlin und Wien kulminieren die Zeitmodalitaeten Erinnerung, Erlebnis und Erwartung in einem "Jetzt". In diesem "Jetzt" ist die Veraenderung von Raeumen, Mauernischen, Saeulen, Lichtdurchlaessen und Fassaden enthalten.
Licht vermittelt uns eine subjektive Zeit. Licht veraendert architektonische Formen. Die Sonne verwandelt Ecken und harte Strukturen in weiche Formen und scharfe Schatten bilden eigenartige Projektionen auf Boden und Waenden. Dieses sich staendig veraendernde Bild der beiden Staedte Berlin und Wien entstand im Austausch und der Zusammenarbeit zwischen den KuenstlerInnen und den Computerwissenschaftern.

LIGHT - ARCHITECTURE


Vienna Berlin


"Light is the origin of all being. Striking the surface of things, light grants them outline; gathering shadows behind things, it informs them with depth. Along borders of light and darkness, things are articulated, and obtain individual form, while here, too, they discover interrelationship, and become infinitely linked. Light grants autonomy to things, and at the same time, prescribes their relationships.We might say, light elevates the individual to distinction in the context of its relationships. Light - the creator of the relationships that constitute the world. And, while the origin of all being, it is by no means an immobile source. Light is tremulous motion - out of its ceaseless transformation, light continally re-invents the world."(Tadao Ando, 1994)
Rooms are defined by the intensity of light. Even though light in itself is invisible, its presence opens up the possibility of visual perception.
The Vienna - Berlin Project confronts architecture of both cities, where light and shadow appear as essential space-structuring elements. It reveals the way light transforms shapes in course of a day, or a year. It shows how shadows may conceal elements of architecture which are part of the structure as a whole, despite their invisibility. But architecture itself creates light-specific effects that are used in the same way as other architectural elements. Thus, light in architecture is not only determined by external circumstances, it also becomes calculable.
The concept of the computer-animated "Light-Architecture" is based on the consideration that daylight is the primary phenomenon of change in the visible world. With the increase and decrease of daylight things change constantly. Moreover, the vanishing of light makes us aware of the fact that all visible information about an object, as far as it is not recorded, may be irretrievably lost. Light is a phenomenon that discloses the synchronism of events taking place in different parts of the world, at different times. Radio signals, for instance, turn round the earth in a split second making space collapse into a moment.
When in Vienna blazing sun rays lighten the recess of a wall creating a long shadow, and when this event is visually related to the same process involving a Berlin wall, we lose the concrete experience of at least one place, but at the same time we gain information by means of data - processing. In the act of interlacing historical and contemporary architecture of Vienna and Berlin, the modalities of time, - memory, experience and expectation, - culminate in one "present moment" containing the transformation of rooms, recesses, pillars, passages and facades.
The changing light causes a subjective perception of time. Light modifies architecture: The sun rays transform angles and sharp structures into smooth shapes, hard-edged shadows throw strange projections onto the floor and the walls. This steadily changing image of the two cities, Vienna and Berlin, has been created in a process of exchange and co-operatin by artists and computer experts.